Sonntag, 22. Juni 2014

Kommentar: Die Zeitung der Zukunft | heise online

Kommentar: Die Zeitung der Zukunft | heise online
"Schon heute wird die gesamte Zeitung, ihre Struktur und ihre einzelnen Elemente, digital erstellt, und ihre Vergegenständlichung auf Papier ist bereits jetzt ein teurer Medienbruch, der einschließlich der aufwändigen Transportlogistik schon bald nicht mehr notwendig sein wird. Alle, die heute sagen, dass sie das schöne große Papier so sehr mögen und es keinesfalls auf dem Frühstückstisch missen möchten, werden sich schnell von den Vorteilen der kleinen Lesegeräte überzeugen lassen, so wie frühere Generationen sich schnell von den Vorzügen der modernen Telefonie beeindrucken lassen haben.
Ändert sich also alles? Steht die Zukunft der Zeitung selbst in Frage, weil Online-Nachrichtenportale sie verdrängen? Vieles spricht dagegen..."
Geschrieben hat's Jörg Friedrich, ein Philosoph, der zugleich Geschäftsführer eines Münsteraner Softwarehauses ist. (Im vergangenen Jahr erschien bei Telepolis sein Buch "Kritik der vernetzten Vernunft - Philosophie für Netzbewohner".)

Die Kombination der Berufe findet Vattaunsa interessant und, obwohl die Publikation bei einem klassischen Medienportal - wenn auch einem, das für seine Netz-Aufgeschlossenheit bekannt ist - erscheint, kommt die Betrachtung imho ohne die gewohnte Mediendogmatik aus.

Denn ob Journalismus in der Hand von Medienbetrieben eine Zukunft hat (und wenn welche), entscheiden nicht die Meinungsmacher. Langfristig setzen sich die Synergien von neuer Technik und neuen Nutzerbedürfnissen durch, wie das schon McLuhan im Verhältnis von Medium zu Nachricht (message) erkannt hat: "a symbiotic relationship by which the medium influences how the message is perceived."

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass der Technikwandel (Digitalisierung + Internet) die Befreiung vom aufwändig produzierten Blatt und seiner generalstabsmäßig organisierten Verteilung bringen wird und zwar weitestgehend. Der übrig bleibende vermarktbare Bereich für Printprodukte wird viel kleiner und sparten-spezifischer sein. Etwas Ähnliches erleben wir zur Zeit mit der Renaissance der Vinyl-Schallplatte.


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