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Freitag, 22. Mai 2015

Die Musik spielt schon wieder ganz woanders...

Kaum kommt "Instant Articles“ auf den Tisch fantasiert Sascha Lobo schon wieder (stellvertretend für die Altmedien, deren Brötchen er mittlerweile gut genießt) von einer Gesellschaft, die in der Timeline von Facebook lebt und vor allem total verblödet. - Das könnte ihm so passen!

Aber so blöd sind die Menschen dann doch gar nicht. Aber wie früher Zeitungen abonnieren und Rundfunkgebühren bezahlen, das wollen sie auch nicht mehr.

Sie laufen Facebook in Scharen davon - ohne sich abzumelden, man sieht es nur an den verwaisten Timelines - und gehen zu Instagram, Pinterest & Co.
Seminar - Die neuen Social Media Stars - Social Media Manager | XING: Nicht wenige User haben Facebook den Rücken gekehrt und nutzen WhatsApp, aber auch Social Communities wie Twitter, Instagram, Pinterest. Oder lesen und interagieren mit Themen-Blogs. Allen gemeinsam ist: Nutzerzahlen und Nutzung wachsen rapide. Welche Ziele kann man mit diesen Communities erreichen? Für welche Brands sind sie geeignet? Wie aufwendig ist das Handling?
Hier spielt die Musik. Und bitte frage keiner, ob die Neuen eine adäquate (funktionale) Alternative zu Facebook sind! Es gilt unverändert: Das Neue ist immer das Neue. (Lebensweisheit) - Und: The medium is the message. (McLuhan)

Samstag, 31. Mai 2014

Google-Auto oder wie ich lernte, Google zu lieben

Wenn es das ist, was Google aus unseren Daten entnimmt, nämlich welches die echten Trends und Bedürfnisse sind, und sie dann in die technische Entwicklung investieren mit all ihren Werbemilliarden, wieso sollte Vattaunsa das nicht recht sein?!
Google-Auto: Die Demokratisierung des autonomen Fahrens - ein aktueller Beitrag auf SPIEGEL ONLINE
Woran forschen denn NSA, GCHQ, BND etc.? Wer hat sie damit beauftragt, wessen Idee war das denn? - Markus Beckedahl auf netzpolitik.org aktuell dazu:
"Bundesnachrichtendienst will Facebook und Blogs in Echtzeit überwachen – und eigene Vorratsdatenspeicherung...Die Snowden-Enthüllungen werden als Machbarkeitsstudie gesehen, nicht als Mahnung. Ausdrücklich wird in den Dokumenten darauf verwiesen, dass NSA & GCHQ das schließlich auch können."
Wenn ich wählen und bestimmen könnte: ich wäre doch bescheuert, wenn ich Google mit den ewig gestrigen Überwachern in einen Topf werfen würde.

Es stimmt: die digitalen Dinosaurier gehören irgendwann ausgestopft, doch wo bleiben die autonomen, freien, selbstbestimmten kleineren Einheiten, die sich auf Vertrauen und Gemeinschaft gründen?

Sonntag, 25. Mai 2014

Ansichten zum digitalen Nachrichtengeschäft - #webuwant

OUT oder IN?

Aha, Facebook ist OUT, alle wollen nur noch Whatsapp. Facebook kauft Whatsapp. Peng!

Und jetzt? Ist Facebook wieder richtig IN? Kann man gegenwärtig noch nicht sagen.

Gegenfrage: Was ist denn IN? Threema? Wohl kaum.

Uff!

Andere Frage: Was wird überhaupt gesucht? Ein Trend oder eine Entwicklung?

Entwicklungen? Die gibt's doch gar nicht mehr. Es ist meistens schon vorbei, bevor es eine Entwicklung gegeben hätte. Oder ist das die Entwicklung?

Oder ist das die falsche Frage?

Schauen wir vielleicht immer bloß auf die Spitze der Entwicklung, so wie auf die Spitze von 'nem Softeis? Sehen wir darum die Riesenportion nicht, die schon darunter ist und gleich lostropft?

Ja, Vattaunsa hatte schon immer ein Talent (für Softeis und...) dafür, in die andere Richtung zu gucken.

Ist es vielleicht sogar die richtige Richtung?

Karsten Lohmeyer von Lousy Pennies beschaut sich junge Journalisten, die auf's Netzzeitalter losgelassen werden und erkennt ernüchtert:
"Ich dachte, diese Jungjournalisten wären Digital Natives. Doch es war nur ein Märchen… Denn sie wissen nicht was sie tun: Nur die wenigsten Nachwuchs-Journalisten begreifen, dass die sozialen Netzwerke keine Spielzeuge für sie sind."

Das ist Heftig

Hätte man ihm auch vorher sagen können. Digital Natives sehen nämlich "HEFTIG" anders aus. Die WiWo tat auch so, als wäre sie sehr überrascht, als sie nun entdeckten, dass hinter Heftig.co nicht Springer oder Bauer stecken.

Das hätte mich aber auch sehr gewundert. Die alten Druckereien können ja seit Alters her schön seichten Content herstellen - aber im Print (Girlie, Pferde, Promis, Fitness usw.) - nur eben nicht im Netz. Wieso ist das so?

Georg Altrogge von Meedia beschwört heute in einer Analyse der aktuellen Strategieentscheidungen beim Spiegel den bösen alten "Digitalen Graben" und meint:
"Der wahre Feind kommt von außen. Die Herausforderungen des digitalen Wandels müsste die Spiegel-Redaktion vereint anpacken. Gerade für die Printler heißt das: Umparken im Kopf ist gefragt."

Gefahr erkannt und schnell umgeparkt?

Umparken

Da war doch neulich schon etwas mit "Umparken"... Ja, eine sehr geil aufgemachte Inkognito-Kampagne. Zuerst gab es eine Überraschung, als herauskamm, es ist Opel, und das war genau das Kalkül der Kampagnenmütter und -väter. Aber als zweites folgte die Enttäuschung mit dem Rest der Kampagne, denn es wurde allen sehr bald klar: es ist wirklich Opel, an der altbackenen Offlinekommunikation hat sich doch gar nichts geändert. Schadee!

Immerhin, die alte Kommunikation sorgt schon mal für Aufmerksamkeit im Netz. Sie haben den Mechanismus erkannt und kopiert, aber doch nicht verstanden.

Also kein Umparken. Was sonst?

Einparken

...tun momentan noch in der Hauptsache die Startups. So ist die "Arbeitsteilung": Startup mit genialer Geschäftsidee und ein bisschen Venturekapital, auf den Hype warten und sich dann auf dem Kapitalmarkt an den Meistbietenden verkaufen und zur Ruhe setzen. Z. B.

"Storyfilter.com"

von Bernhard Brechbühl, einem Schweizer TV-Journalisten. Er hat einen Riecher für Virales. Es törnt ihn an, wenn ein Beitrag "abhebt" und die Zugriffszahlen oder sozialen Interaktionen steil ansteigen. Als nächstes Werbung draufschalten und zeigen, dass man damit Geld verdienen kann. Später auf die klassischen Medien als Käufer warten.
"Storyfilter.com: auf der Suche nach der perfekten Viral-Formel" (meedia.de)

"heftig.co"

machen es ebenso, nur mit noch weniger Journalismus. Doch das ist hier total egal. Beim Rumprobieren wurde ganz nebenbei die Plattform als Verkaufsbeschleuniger für die Urheber von Geschichten entdeckt.

Und darum fragt Maria-Xenia Hardt auf faz.net schon einmal vorsorglich:
"Wie funktioniert „heftig“?" (faz.net)

Auf netzwelt.de sieht ein sehr frustrierter Christian Rentrup dagegen den Journalismus auf dem Scheideweg:
"Aber wenn wir ehrlich sind, liebe Internetgemeinde, ist es vermutlich genau das, was ihr wollt. Ihr wollt rührselige Geschichten, verwackelte Videos, banalen Käse, Katzenvideos und Let's Play-Shows auf YouTube. Ihr wollt überhaupt keinen Qualitätsjournalismus, stimmt's?"
Mit diesem Entweder-Oder ist er aber ganz weit weg von der Lösung der journalistischen "Gretchenfrage". Vattaunsa empfiehlt, das Netz als das zu nehmen, was es ist: keine journalistische Lehranstalt, kein Moralinstititut, sondern...

Inszwischen hat Karsten Lohmeier auf Lousy Pennies die Fortsetzung auf seinen reichlich geteilten und kommentierten Beitrag geschrieben:
Du dachtest, Facebook dient nur zur Selbstdarstellung.
Und als Fazit schreibt er drunter:
Wer aber begreift, dass die direkte Ansprache des Lesers und die professionelle Auseinandersetzung mit seinen Lesegewohnheiten und Erwartungen schon immer zum journalistischen Handwerk gehört haben, wird schnell erkennen, welch fantastisches Werkzeug ein soziales Netzwerk sein kann. Aber es soll ja noch Journalisten geben, die ausschließlich für sich selbst schreiben und nicht den geringsten Schimmer haben, wer eigentlich ihre Leser sind und auf welchen Kanälen sie erreicht werden… 

Sonntag, 12. Januar 2014

Angefasst ist angefasst


"Facebook speichert auch, was Nutzer nicht posten."
Ist außer mir noch irgendjemand überhaupt NICHT ÜBERRASCHT von dieser Erkenntnis?! (Sascha Lobo einmal ausgenommen, der scheint momentan ein wenig "kaputt" oder "gekränkt" zu sein.)

Es ist wie beim Schach: angefasst ist angefasst: Die facebook-Schnittstelle beginnt schon an der Tastatur: eingetippt ist eingetippt. Ganz einfache Sache.

Und weil Google immer noch ein bisschen mehr will, liegt die Schnittstelle bereits in der Luft, wenn man das Chrome-plugin zum Mithören aktiviert hat:
"Google hört via chrome-plugin alles, was an (Selbst)Gesprächen vorm Rechner geredet wird."
Und ob die Laptop-Kamera wirklich an oder aus ist, wie die LED anzeigt, ist spätestens seit dem Verschwinden des letzten Hardware-Schalters von der Notebook-Plastik auch nicht mehr sicher.

Edward Snowden, Mann des Jahres 2013, trat mit einer alternativen Weihnachts-Botschaft auf und erzählte die traurige Geschichte von der "abgehörten Jugend":
"Ein heute geborenes Kind wird nicht mehr wissen, was Privatleben ist. Es wird nicht mehr wissen, was ein Moment Privatsphäre bedeutet, einen Gedanken zu haben, der weder aufgenommen wurde, noch analysiert. Das ist ein Problem, denn das Privatleben ist wichtig, das Privatleben hilft uns zu bestimmen, wer wir sind und wer wir sein wollen."
Wirklich enttäuschend, aber WO oder WAS war jetzt nochmal das Problem?

Kannten wir nicht schon früher das Gefühl, wir würden immer und überall beobachtet - sogar in unseren Gedanken? Wer hat als Kind nicht in dem Bewusstsein gelebt: Gott sieht alles oder das Christkind, der Nikolaus, die Oma, die Lehrer etc? Und die, welche uns das gut-gläubig beigebracht haben, wollten schließlich nur unser Bestes.

Liegt es also nicht an der Technik, sondern schon an unserer Einstellung zu dem, was andere tun und denken, kurz: mit der Freiheit und der Autonomie der Menschen um uns? Findest du nicht auch: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Und ist das nicht der Grund, warum wir jetzt so "schizophren" umgehen mit den neuesten Entwicklungen der digitalen Netzkommunikation? Einerseits die Privatsphäre-Einstellungen bei facebook erhöhen und andererseits den "sparsamen" Versicherungstarif "Telematik" wählen und unsere digitale Selbstvermessung ungehemmt vorantreiben?

Steht ganz weit dahinter vielleicht eine etwas merkwürdige Beziehung zu dem, was ich mal nennen möchte:

"Die Alma Matrix" 

(Wird fortgesetzt, versprochen!)