Samstag, 30. August 2014

Grammatik-Tinnitus mit Rassismusproblem

Leute, ich könnt kotzen!

WARUM?

DARUM:

Diese Deutschen, einschließlich und vor allem die Angehörigen der schreibenden Zunft haben ein hohes Standesethos (das freie Wort).

Aber offenbar auch ein Standesdünkel:

Es gibt Journalisten in den deutschen Medien, die haben "Grammatik-Tinnitus mit Rassismusproblem", so nennt es der Redakteur Sebastian Heiser und meint damit leider auch seine Kollegen bei der taz.

Hänseleien über die Fähigkeit von Personen im öffentlichen Leben, grammatisch korrektes und akzentfreies Deutsch zu sprechen sind offenbar salonfähig. Es fällt schwer, darin politische oder überhaupt sachliche Argumente zu finden. Nein, es geht um die blanke Diskriminierung einer Person, im Fall von Raed Saleh mit Migrationsgeschichte.

Noch mehr Beispiele führt der taz-Journalist Sebastian Heiser in seinem Beitrag auf taz.de an.

Schlimm ist imho, dass von öffentlicher und Presse-Seite (noch) gar nichts entgegnet wird, außer von Klaus Wowereit, um dessen Nachfolge im Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin es ja geht.
"Ich wüsste schon mal nicht, dass irgendwo festgeschrieben ist, welche grammatikalischen Zensuren Voraussetzung sind, um Regierender Bürgermeister werden zu dürfen. Aber ich empfinde es obendrein als Diskriminierung, wenn bei jemandem mit Migrationshintergrund nach grammatikalischen Fehlern gesucht wird. So eine Denkart sollten wir in Berlin mal tunlichst hinter uns lassen."
Großstadtflughafendesaster hin oder her! Es ist jammerschade, dass jemand, der sich einen gesunden Reflex zur Verteidigung der Gerechtigkeit bewahrt hat, wie Klaus Wowereit, nun geht.

Hoffentlich bleibt er publizistisch medienwirksam präsent! So wie Heinrich Heine, der vor über 170 Jahren selber Journalist war, u.a. bei der Augsburger Allgemeinen - und das Problem der Deutschen in seinen Werken klipp und klar benannt hat:
"Noch immer das hölzern pedantische Volk, noch immer ein rechter Winkel in jeder Bewegung, und im Gesicht der eingefrorene Dünkel. Sie stelzen noch immer so steif herum, so kerzengerade geschniegelt, als hätten sie verschluckt den Stock, womit man sie einst geprügelt. Ja, ganz verschwand die Fuchtel nie, sie tragen sie jetzt im Innern..." (Deutschland ein Wintermärchen)
Wenn es um Rechtschreibung und Rechthaben geht, sind wir Deutschen immer noch Militaristen!

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