Sonntag, 7. September 2014

Что теперь, Путин?

Quo vadis, Putin?

Sogar notorische Putin-Versteher wenden sich inzwischen enttäuscht aber entschieden vom russischen Herrscher ab, wie z. B. naja, DER wohl eher nicht...



Herr Poschardt (VizeCR der WELT) prophezeit Putin sogar ein böses Ende a la Highway to Hell.

Putin wird untergehen - Nachrichten Debatte - Kommentare - DIE WELT

Klingt wie ein (russisches) Märchen und ist, wie jedes Märchen, mit Vorsicht zu genießen.

Richtig ist, jetzt den Kriegsprovokationen zu widerstehen und sich defensiv auf den Schutz von Menschenleben zu konzentrieren, was schwer genug ist, sich aber - wie der Verfasser des Artikels meint - auszahlt.

Falsch wäre jedoch, auf ein rasches, ruhiges Ende seiner Präsidentschaft in Russland zu hoffen und zu vergessen, dass ein untergehender, an den Rand gedrängter Putin noch größtmöglichen "totalen" Schaden anrichten könnte.



Wichtig ist zu begreifen: Der angedeutete "Highway to Hell" des bedrängten, angeschlagenen Putin könnte bis zu seinem "Untergang" auch zur Hölle für Europa werden.


Missverständnisse und Propaganda

Im Informationszeitalter findet Propaganda nicht nur als Vorgeplänkel kriegerischer Aggression statt, sondern wird Teil der Kriegsführung.

Mit Staunen sehen wir in unseren Medien, wie anders die Nachrichten in Russland die Vorgänge auf der Krim und im Osten der Ukraine darstellen und wie sie die Akteure in Kiew und im Westen "falsch" interpretieren. Z. B. ist die im sozialistischen Nachkriegsjargon fest verwurzelte Meme "Faschismus" allgegenwärtig, wenn es um den Westen geht.

Russische TV-Sender


Gut, wenn deutsche Medien uns den Durchblick auf die andere Seite gewähren. Aber können wir erwarten, dass das auch andersrum der Fall ist? Können wir sicher sein, dass die Bürger der Ostukraine und Russlands uns so sehen, wie wir gern verstanden werden wollen?



 Man muss starke Zweifel daran haben.


Bündnisrhetorik

Die NATO-Rhetorik, die Sprache aller großen Bündnissysteme von "Stärke zeigen" und "Bündnispflichten beschwören" ist viel zu sehr beschränkt, um nicht aufs einfachste von der anderen Seite fehlverstanden oder propagandamäßig falsch interpretiert zu werden.




Gut, wenn wir darum die Verfasser von Texten, Ton- und Bildbeiträgen in deutschen Medien auf missverständliche oder gar fehlerhafte Aussagen, Formulierungen oder Worte hinweisen, wie z. B. Herrn Poschardt, den Verfasser des eingangs zitierten Artikels von Putins "Highway to Hell".

Sehr geehrter Herr Poschardt, 
eine abgewogene, sehr nachvollziehbare Entwicklung vom "Putin-Umarmer" zum "Putin-Verstehen-Woller" schildern Sie da. 
Nur ihre Formel von den "völkischen slawophilen" Konzepten, die Sie bei Putin ausgemacht haben wollen, stößt mir auf. 
Also Kritik am "völkischen" Denken halte ich nach den Erfahrungen, die wir Deutsche damit vor ein paar Jahrzehnten gemacht haben, für sehr, sehr angebracht. Und das gilt für Putin und genauso jeden anderen Politiker oder Staatslenker auf diesem Globus. 
"Völkisch" ist und bleibt eine fatal falsche Kategorie, vor allem wenn es um Krieg und Frieden geht, ganz egal ob "völkisch slawophil" oder "europäisch-völkisch" oder "volksamerikanisch". 
Also was meinen Sie mit der Formulierung von Putins "völkisch slawophilen" Konzepten, Herr Poschardt? Möchten Sie auf eine Verschwörung slawischer Völker gegen den Westen hinweisen? Wenn es das ist, frage ich Sie: Was für Anhaltspunkte außer einem verirrten Staatspräsidenten und einem Heer bezahlter Söldner haben Sie dafür? 
Ich bin mir immer noch ziemlich sicher, dass die von slawischen Vorfahren abstammenden Bürger Russlands und der Ukraine, am liebsten friedlich mit ihren Nachbarn im Westen leben wollen. Was sollte es also bringen, die völkischen Konzepte eines bestimmten Volkes hier zu betonen, Herr Poschardt, was, außer Hass und Krieg? 
Mit den Experten für Putin und Russland könnten Sie hier vielmehr zur Aufklärung und Entspannung beitragen, indem Sie den realen Anteil slawophiler Konzepte bei den Menschen im Osten, angefangen in der (Ost-)Ukraine, analysieren und darstellen.


Besser noch, wenn wir selber aktiv mithelfen, die Sprache der Menschen auf der anderen Seite zu verstehen und uns bemühen, mit unserer eigenen Sprache von ihnen verstanden zu werden.

So macht es bereits "The Peace Factory" auf ihrer Webseite und zwei Facebook-Seiten mit Bezügen zur Auseinandersetzung zwischen Israelis und Iranern, bzw. Israelis und Palästinensern:

Und das gibt es nun auch zwischen Ukrainern und Russen.

Russia loves Ukraine - Quelle: Facebook

Die Quelle der Aktion ist allerdings nicht erkennbar und die Verständigung für Außenstehende schwer nachvollziehbar, wenn in kyrillischer Schrift gepostet wird. Aber ein Anfang ist gemacht!


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