Dienstag, 22. März 2016

Resonanz statt Beschleunigung: Hartmut Rosas Gegenentwurf - SPIEGEL ONLINE

Achtung eine neue Ideologie:
  • statt Entfremdung
  • statt Fetisch
  • statt Gott oder Mammon
  • statt Entschleunigung und Achtsamkeit

jetzt: Hartmut Rosas RESONANZ-Theorie.

Mein Interesse daran wird geweckt beispielsweise an einer Formulierung wie dieser:
Ich verstehe Heimat nicht nur als physische Konnotation, sondern als Idee: als Weltanschauung, die zu mir passt, als politische, berufliche, familiäre Heimat. Das Grundvertrauen in die Welt scheint wichtig zu sein: Steht mir die Welt als etwas Antwortendes, Gütiges gegenüber? Oder als etwas Feindliches? Dafür gibt es eine neurologische, hormonelle Basis. Dann glaube ich, dass psychologische Faktoren eine Rolle spielen, frühkindliche Erfahrungen, der Sozialisationsprozess in der Schule.
Merkwürdig daran finde ich aber: Rosa lehrt Soziologie und der Titel seines Buches lautet „Resonanz - eine Soziologie der Weltbeziehung“. Das klingt nach 19. Jahrhundert und Wilhelm Dilthey, das ist „klassisches Altertum“ und scheint alles andere als aktuelle soziologische Forschung zu sein. (Seit Ulrich Beck tot ist, geht anscheinend alles.)

Dem Konzept fehlt - auf den ersten Blick - das klassenkämpferische, kritische oder wenigstens ironisch-zynische Element, wie es in Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ am Beispiel der Gamma- und Delta-Menschenzüchtung erscheint: Diese Menschen lieben Teer oder endlose Zahlenkolonnen, sie sind qua genetischer Programmierung auf „Resonanz“ mit den Tätigkeiten, die sie für die Gesellschaft ausüben.

Dennoch eine willkommene Lektüre, die Licht in die hohle Ideologie der „Entfremdung“ bringen könnte.

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